Künstler*innen

Zehra Doğan

 

Visuelle Künstlerin

Zehra Doğan, geboren 1989 in Diyarbakir, Türkei, studierte Bildende Künste an der Dicle Universität und ist Mitbegründerin von JINHA, der ersten türkischen Nachrichtenagentur, in der ausschließlich Frauen arbeiteten. Von 2010 bis zur Schliessung von JINHA durch die türkische Regierung im Jahr 2016 wirkte sie dort mit. Während der Kriege im Irak und in Syrien betrieb sie Berichterstattung von beiden Fronten und gehörte zu den ersten Journalistinnen, welche über die Yezidi Frauen berichteten, die von ISIS im nördlichen Irak versklavt wurden. Während der Konflikte in den kurdischen Gebieten der Türkei versuchte Doğan aus Cizre und Nusaybin zu berichten, wo von der nationalen Regierung eine Ausgangssperre verhängt wurde und journalistische Tätigkeiten verboten waren. Aufgrund ihrer Berichterstattung und einer Aquarellmalerei wurde sie im März 2017 wegen «Verbreitung terroristischer Propaganda» zu zwei Jahren, neun Monaten und 22 Tagen Haft verurteilt. Ihre Arbeiten wurden im August 2016 auf dem 6 Douarnenez Film Festival in Frankreich und auf zahlreichen Ausstellungen in Europa gezeigt. Während sie 2017 nach ihrer ersten Festnahme auf ihr Urteil wartete, organisierte sie eine Ausstellung in Diyarbakir, mit dem Titel «141» (die Anzahl der Tage, die sie im Gefängnis verbrachte), in der sie die Bilder zeigte, welche sie im Gefängnis gemalt hatte. 2017 publizierte sie «Les Yeux grands ouverts», gefolgt von einer Korrespondenz während ihrer Inhaftierung, «Nous aurons aussi de beaux jours», im Jahr 2019. 2018 war sie Ehrenmitglied der PEN Webseite. Am 16 März 2018, enthüllte der Englische Street-Art-Künstler Banksy ein 20 Meter langes Wandgemälde in New York, das eine Strichliste zeigte, die für die Tage der Inhaftierung Doğans steht. Die Markierungen sind auch das Gefängnisgitter, hinter denen das Gesicht der Künstlerin gemalt ist. Gegenüber der New York Times sagte Banksy: «Ich fühle mit ihr… Ich habe Dinge gemalt, die viel eher eine Freiheitsstrafe verdient hätten.»

Chrigu Ryter

 

Grafiker und Künstler

Chrigu Ryter, geboren 1954 in Ramsei, ist Grafiker und Holzbildhauer. Er selbst bezeichnet sich als «Holzversager, Plastiksammler und Blechbeschwörer».

Michael Fehr

 

Schriftsteller und Musiker

Michael Fehr wurde 1982 in Bern geboren, studierte am Schweizerischen Literaturinstitut Biel und am Y Institut der Hochschule der Künste Bern. Michael Fehr bezeichnet sich als Erzähler. Er verfolgt seine Ideen, schafft poetische, rhythmische, gleichsam musikalische Erzählwerke sowie Songs.

Ntando Cele

 

Schauspielerin

Die in Bern lebende südafrikanische Schauspielerin, Sängerin und Performerin Ntando Cele entwirft und entwickelt seit 2005 in Afrika und Europa verschiedene Theater- und Performanceprojekte. Auf der Suche nach ihrem eigenen Stil und einer unverwechselbaren Sprache verwischt ihre Arbeit auf einzigartige Weise die Grenzen zwischen Physical Theatre, Videoinstallation, Stand-up-Comedy und Performance. Auf humorvoll-charmante und gleichzeitig exaltierte Weise verhandelt Ntando Cele in ihren Projekten aus unterschiedlichen Perspektiven (schwarze und weisse) Identität, Rassismus, Stereotypen und Vorurteile.

Andreas Gefe

 

Künstler

Andreas Gefe, geboren 1966 in Küssnacht, arbeitet als Illustrator, Comiczeichner und freier Maler in Zürich.

Serdar Mutlu

 

Konzeptkünstler und DJ

Der kurdische soziopolitische Konzeptkünstler Serdar Mutlu (1988) hat Bildende Kunst in Istanbul studiert. Aufgrund der politischen Situation in seinem Heimatland emigrierte er 2017 in die Schweiz. In Lagern in Griechenland und in der Schweiz dokumentierte er Geschichten Geflüchteter, die er miterlebte, als «Aufzeichnungen des sozialen Gedächtnisses» mittels Fotografie und Zeichnungen, in denen er die Menschen in ihre Geschichten projektiert. Der Künstler fasst den menschlichen Körper als Sinnes- und Kommunikationsorgan, Speicher und Archiv auf, der dieses Material sammelnd und bewahrend zugänglich macht. Gegenwärtig studiert Serdar Mutlu im Master Curatorial Studies an der Zürcher Hochschule der Künste. Er ist Gründungsmitglied des Kunstzentrums «Ji Sanat» in Istanbul und lebt derzeit in Bern.

Dominik Gysin

 

Schauspieler und freischaffender Künstler

Dominik Gysin ist seit seinem Diplom als Schauspieler an der HKB 2002 schweizweit als freischaffender Künstler tätig. Nebst Stückverträgen am Konzert Theater Bern, einigen Filmen («Dinu», «Die Schweizer», «Usgrächnet Gähwilers»), Kurzfilmen und Werbungen, arbeitete er bis Ende 2006 als Schauspieler und Redaktor bei der Fernsehsendung Rätpäck auf SRF. Seit 2011 ist er Performer bei der Tanztheater Compagnie deRothfils. Dominik Gysin spielt seit Dezember 2013 beim Club 111 unter der Regie von Meret Matter. Seit Herbst 2016 spielt er für die Compagnie Majacc in Bern, Basel und Zürich. Seit 2018 ist er festes Mitglied des Ensembles für das «Drummeli» im Musical Theater Basel und spielte im Herbst 2018/Frühling 2019 unter der Regie von Christina Rast. 2020 drehte er unter der Regie von Laurent Nègre den Film «L‘Ambassadeur». Im Herbst 2021 wird er in «Brave New Life» unter der Regie von Dennis Schwabenland am Theater Orchester Biel-Solothurn spielen. Dominik Gysin moderiert seit Januar 2015 die «Too Late Show» in Bern. www.dominikgysin.com

Milo Rau

 

Regisseur

Als Regisseur und Intendant schafft Milo Rau ein einzigartiges Theater, das konsequent die Grenzen zwischen Kunst, kritischem Kommentar und politischer Intervention verwischt und immer wieder kontroverse öffentliche Debatten auslöst. Unablässig entwickelt er neue Formate zwischen Theater, Film und Diskurs und arbeitet mit Aktivist*innen und Laien auf der ganzen Welt zusammen, um in drängende politische Konflikte einzugreifen. So versammelte Rau 2015 im kongolesischen Bürgerkriegsgebiet 60 Zeug*innen und Expert*innen zu einem Kongo Tribunal. Als sich die Corona-Krise zur weltweiten Pandemie entwickelte, befand er sich mit seinem Team und indigenen Umweltaktivist*innen im brasilianischen Regenwald für Proben von «Antigone im Amazonas». 2007 gründete er das IIPM – International Institute of Political Murder. Rau erhielt für sein Werk zahlreiche Preise, u.a. 2016 den Preis des Internationalen Theaterinstituts. Er ist seit 2018 Intendant des Niederländischen Theaters Gent.

Raphael Urweider

 

Schauspieler und Dramaturg

Der Sohn des reformierten Pfarrers und Schriftstellers Andreas Urweider wuchs in Schattenhalb auf und besuchte die Schule in Biel. Nach dem Abitur studierte er Germanistik und Philosophie an der Universität Fribourg. Er lebt heute in Bern. Urweider ist Lyriker, der auch als Musiker und Rapper (etwa mit der HipHop-Gruppe L‘Deep als Bidrmaa) auftritt und in seinen Texten häufig von unterschiedlichsten sprachspielerischen Techniken Gebrauch macht. Mit Samuel Schwarz verfasste er zwei Theaterstücke, die am Maxim-Gorki-Theater und am Hamburger Schauspielhaus zur Uraufführung gelangten. Urweider ist seit 2008 Ko-Leiter des Schlachthaus Theater Bern. Er ist Preisträger des Leonce-und-Lena- Preises, des Buchpreises des Kantons Bern, der Schweizerischen Schillerstiftung, des Förderpreises zum Bremer Literaturpreis, des 3sat-Preises beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, des Buchpreises der Stadt Bern, des Clemens Brentano-Preises und des Literaturpreises des Kantons Bern.

Weitere beteiligte Personen

Demir Celik

 

Politiker, Ko-Präsident von Feda

Demir Celik, 1959, in Mus, Türkei, geboren, ist Apotheker, Ex Stadtpräsident von Varto in der Türkei und ehemaliger HDP-Abgeordneter im Türkischen Parlament. Seit August 2016 lebt Celik in der Schweiz. Er ist ehemaliger Ko-Präsident des demokratischen Kongresses der Völker in der EU und aktuell Ko-Präsident von FEDA Europa.

Nehroo Shauki

 

Agrarwissenschaftler, freier Künstler, Ökologischer Aktivist, TV Moderator und Kulturvermittler

Nehroo Shauki, 1959 geboren, ist Agrarwissenschaftler, freier Künstler, Ökologischer Aktivist, TV Moderator und Kulturvermittler zwischen Kurdistan und Europa. Von 1967 bis 1980 studierte er Agrarwissenschaften an der Universität Sulaymaniyah und von 1991 bis 1995 studierte er an der Kunstakademie in Karlsruhe. Er arbeitete u.a. auch als Schauspieler bei diversen deutschen und kurdischen Produktionen. Derzeit moderiert er das TV-Programm «Kurdbin» bei Kurdsat TV.

Marc Nathmann

 

Audiovisuelles Streaming

Mit 15 Jahren Engagement in Konzeption, Planung und Ausführung innovativer audio-visueller Formate im World Wide Web fördert Marc Nathmann Reichweite und Sichtbarkeit digitaler Kunst und Kultur. Mit erfahrenem Blick für das Zukünftige und der Kompetenz im Detail gestaltet er zielführend Prozesse zur Wertschöpfung in der Medien- und Bühnenlandschaft. Im Ergebnis entstehen herausragende Nutzererlebnisse für Inhalte, Produkte und Marken über die vielfältigen Distributionswege hinweg. Mit einem Diplom der ESAV Toulouse - École supérieure d‘audiovisuel und einem Diplom der Medienwirtschaft (FH) der Hochschule Rhein am Main sowie einem weiteren Diplom der Medienwirtschaft der Hochschule Wiesbaden ist Marc Nathmann als Gründer von scope.tv, Geschäftsführer der Online-Agentur und der Audiovisuellen Publikums- und Standortförderung Group Galore GmbH in Deutschland und der Schweiz, Berater und Experte für NewTek und NDI-Produkte für das gleiche Unternehmen, und Gründer von Marktplatz für Streaming-Video (OTT) (YourStage.live) seit vielen Jahren in diesem Bereich tätig.

Osman Ahmed

 

Künstler, Direktor des Kurdology Center Sulaymaniyah

Osman Ahmed, geboren 1962 in Sulaymaniyah, Irak, ist ein kurdisch-britischer Künstler und Direktor des Kurdology Center der Universität in Sulaymaniyah. Seine Arbeiten wurden in Galerien in ganz Europa und im Mittleren Osten ausgestellt, u.a. in der Tate Britain und im Imperial War Museum in London. Der Economist beschrieb ihn als «einen der bekanntesten kurdischen Künstler». Ahmed graduierte 1985 am Institute of Art in Sulaymaniyah und absolvierte 2007 einen Master im Zeichnen am Camberwell College of Arts in London. 2013 dokumentierte er zeichnerisch als Teil seines PhDs in London u.a. den AI-Anfal Genozid Saddam Husseins gegen kurdische Zivilisten. 2017 erhielt Ahmed den IAGS Kunstpreis der International Association of Genocide Scholars der Universität Queensland in Brisbane, Australien.

Sherzad Hassan

 

Schriftsteller, Dichter und Übersetzer

Sherzad Hassan wuchs in der kurdischen Stadt Erbil in einer muslimischen Familie auf. Als Dreizehnjähriger begann er zu rebellieren und fing, obwohl noch minderjährig, gegen den Willen seiner Familie damit an, westliche Literatur und im Irak verbotene Bücher zu lesen. Er studierte an der Universität Bagdad Geisteswissenschaften und machte seinen Abschluss in Englischer Literatur im Jahr 1975. Zahlreiche Werke wurden von ihm aus dem Englischen ins Kurdische übersetzt, darunter «Ein Engel kommt nach Babylon», Friedrich Dürrenmatt. Gemeinsam mit anderen Autor*innen seiner Generation gründete er in Sulaymaniyah eine neue intellektuelle Strömung, hauptsächlich durch das Halten von Seminaren, und schuf dadurch bisher unbekannte Artikulationsmöglichkeiten. Er gehört zu den bedeutendsten Vertretern der zeitgenössischen Literatur in Kurdistan. Als Islamkritiker stellt er die Grundwerte des Islam in seinen Essays und Vorträgen oft in Frage, weswegen gegen ihn die fatwa ausgesprochen wurde. Vehement setzt er sich für die Rechte der Frauen ein, spricht Tabuthemen wie die Sexualität, Korruption und auch Ehrenmord an und stellt sich gegen das im Land herrschende Erziehungssystem.

Ersin Caksu

 

Journalist und Filmemacher

Ersin Caksu, 1990 in der Türkei geboren, studierte in der Türkei und arbeitet seit 2011 als Journalist und Editor bei verschiedenen kurdischen Medien. Seine Kerngebiete sind die Türkei, der Irak (Südkurdistan), Rojava und Syrien. In einem Film über die Gedenkstätte Kobane gibt er seine Erinnerungen und Erzählungen wieder. Er verfolgte den Befreiungskampf von Kobane mit seiner Kamera.

Nicolas Stemann

 

Intendant, Schauspielhaus Zürich

Nicolas Stemann, 1986 in Hamburg geboren, ist ein deutscher Regisseur. Er machte zunächst vor allem Musik und spielte in diversen Bands und obwohl er die Musik nie aufgegeben hat, studierte er erst Philosophie und schliesslich Regie in Hamburg und Wien. Er inszeniert seit 1995 für das Theater. Seit den Anfängen mit seiner freien Gruppe und seiner Kollaboration mit der Tanzcompagnie El Colegio del Cuerpo in Cartagena/Kolumbien hat Stemann an allen wichtigen Theatern im deutschsprachigen Raum gearbeitet und wurde immer wieder zu internationalen Festivals eingeladen. 1997 gründete er die Gruppe Stemann, mit deren zentralen Mitgliedern er größtenteils bis heute zusammenarbeitet (so der Dramaturg Bernd Stegemann, die Bühnenbildnerin Katrin Nottrodt, die Kostümbildnerin Esther Bialas, die Musiker Thomas Kürstner und Sebastian Vogel sowie die Schauspieler Philipp Hochmair und Sebastian Rudolph). Mit der österreichischen Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek verbindet ihn seit 2002 eine exklusive Arbeitsbeziehung. In den Arbeiten seit ca. 2005 zählen der Dramaturge Benjamin von Blomberg, die Kostümbildnerin Marysol del Castillo sowie die Video-Künstlerin Claudia Lehmann zu seinen engeren Mitarbeitern. Stemanns Antrieb ist bis heute, die widersprüchlichen, nicht zu versöhnenden und doch gleichzeitig stattfindenden Bewegungen und Strömungen der Gegenwart miteinander in Kontakt zu bringen. Diejenigen, die sich im wirklichen Leben tunlichst aus dem Weg gehen, treffen bei Stemann aufeinander. Auch seine Mittel sind verschiedenartig, neben der Musik öffnet er das Theater wie in seinem «Faust I & II» immer wieder anderen Künsten. Seit der Saison 2019/2020 ist er zusammen mit von Blomberg Ko-Intendant am Schauspielhaus Zürich. Steman gilt als «einer der namhaftesten Regisseure des deutschsprachigen Theaters» (Süddeutsche Zeitung).

Matthias Sala, Gbanga

 

CEO & Founder bei Gbanga / innovative game development

Matthias Sala hat gleich nach seinem Masterstudium an der ETH Zürich im MSc ETH Inf.-Ing. im Jahr 2006 die Segel in Richtung Informatik gesetzt, als er als Mitbegründer und CEO des Mixed-Reality Gamestudio Gbanga begann. Auf seinem reichhaltigen Lebensweg hat er auch als Software-Ingenieur bei Siemens in Basel gearbeitet und war an einem Forschungsprojekt im Palo Alto Research Center in San Francisco beteiligt, sowie an einigen eigenen Nebenprojekten wie EXE-Software, Mobile Monday Switzerland und IGDA Switzerland als Mitbegründer. Seit 2012 lehrt er als Dozent an der HWZ (Hochschule für Wirtschaft Zürich). Matthias Sala ist zudem Verbandspräsident der Swiss Game Developers Association (SGDA).

Reimar Heider

 

Arzt und Autor

Reimar Heider ist Arzt und Menschenrechtsaktivist. Er ist einer der Sprecher der internationalen initiative «Freiheit für Öcalan – Frieden in Kurdistan» und Übersetzer mehrerer Bücher von Abdullah Öcalan.

Urs Fitze

 

SRF / Partner / Zürich Schweiz

Der Bischofszeller Urs Fitze, Jahrgang 1957, arbeitet seit 1989 in unterschiedlichen Funktionen bei SRF: als Redakteur, Regisseur, Produzent, Programmentwickler und seit 2012 als Leiter des Bereichs Fiktion.